Reiten

Schüler oder Konsument???

Bei fast jeden Kurs kommt unausweichlich immer eine Frage: „Was machen wir denn da genau?“.Nun, auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite gibt es- sofern ich ehrlich bin- immer nur eine Antwort:
Das weiß ich erst, wenn ich Dich und Dein Pferd gesehen habe.

Natürlich gibt es unterschiedliche Themen, aber mein Ziel auf jedem Kurs für jeden Reiter ist immer dasselbe: Sie sollen als Paarung weiterkommen, neue Aspekte kennenlernen, an denen Sie arbeiten können.

Das spannende an Kursen ist es ja gerade, dass ein fremder Trainer die Bereiche eingrenzt, in denen er die größten Chancen zur Verbesserung sieht. Also ein fremder Blick auf den eigenen Reitstil mit der Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.

Nur selten geben sich Reiter mit diesem Satz zufrieden…Ich frage mich immer, woran das liegt- ist es die Angst vor unbekannten Dingen oder davor, geliebte Angewohnheiten in Frage gestellt zu kriegen? Oder liegt es daran, dass selbst beim Reiten das Konsumententum Einzug gehalten hat. Genauso wie das neue Smartphone möchte man mal etwas neues probieren. Ein schönes WE Erlebnis, von dem man im Stall sprechen kann.

Und auf der anderen Seite ist es frustrierend, wenn man Galoppwechsel üben möchte und erfährt, dass es sinnvoll ist, vorher zu lernen, im Galopp das Pferd nicht mehr mit den Zügeln zu stören.

Ich glaube, jeder Reiter sollte sich überlegen, was er sein möchte: Konsument, der auf Vergnügen und Spaß aus ist, oder Schülern, der sich verbessern möchte.  Als Schüler muss man aber auch akzeptieren, dass man nicht immer das bekommt, was man möchte (das wäre ja wieder Konsum), sondern das, welches man nach Ansicht des jeweiligen Lehrers benötigt. Und ebenfalls, dass man dies nicht an einem WE perfekt lernen kann, sondern dass man danach noch konsequent üben muss, bis sich Verbesserungen einstellen.

In diesem Sinne…

Thies Böttcher

Advertisements
Kategorien: Allgemeines, Reiten | Hinterlasse einen Kommentar

Was sind eigentlich die wichtigen Basics?

Hätte ich diese Frage auf FB in unterschiedlichen Gruppen gestellt- ich bin sicher, sehr unterschiedlichen Meinungen zu bekommen: Angefangen von den Lehrsätzen der entsprechenden Reitweisen bis hin zu philosophischen Abhandlungen. Da ich mich selbst eher zu den Pragmatikern zähle schaue ich mich lieber um. Was sieht man so auf Kursen und in den vielen Reithallen- so im täglichen Leben und nicht in den Büchern…

Weiterlesen ->

Kategorien: Allgemeines, Grundgedanken, Reiten | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Zirkelvariationen:

Die Art, WIE man einen Zirkel reitet, entscheidet extrem über die Balance des Pferdes. Während sich das Pferd auf Volten stark biegen muss und sich aufgrund der Wirbelsäulenrotation des Pferdes der Rücken stärker aufwölbt (solange die Biegung korrekt geritten ist- der Rücken kann auch nach unten rotieren), so sorgt der größere Radius nicht automatisch für die Aufwölbung des Rückens.

Allerdings kann sich das Pferd durch die Biegung sehr gut vermehrt auf die innere oder äußere Schulter stützen, wodurch es eher die Balance verliert. Ich möchte an dieser Stelle zwei Variationen vorstellen, mit der man gut an der Rumpfmuskulatur arbeiten kann und dementsprechend an einer besseren Balance. Als Vorgeschmack dient der folgende Artikel „Zirkel- eine runde Sache.“

Im Gegensatz zum ersten Artikel baue ich nun nur noch ein Sechseck auf. In der ersten Variation reite ich das Pferd auf einer Gerade von Pylone zu Pylone. Die 1/6-Volte um die Pylone herum biege ich das Pferd normal. Es bildet also ein Sechseck mit abgerundeten Ecken. So muss das Pferd 12! mal seine Balance verändern. Durch die Gerade hingegen „zwinge“ ich das Pferd, seine Last wieder gleichmäßiger auf seine Schultern zu verteilen. Mit der Zeit sollte man merken, dass das Pferd aufrechter läuft.
Wichtig hierbei ist, dass auch der Mensch zwischen „Gerade Sitzen“ und „Voltensitz“ wechselt, ansonsten wird das Pferd wieder versuchen, eine Position zu halten.

In der Zweiten Variation reite ich das Sechseck wirklich eckig. Ich bleibe auf den Geraden und wenn das Pferd mit seiner Hüfte auf Höhe der Pylonen ist, verschiebe ich die Schulter auf die neue Linie. Dadurch animiere ich das Pferd, sich vom äußeren Bein vermehrt abzustoßen und sich gleichzeitig mit dem inneren Vorderbein abzustützen, weil es ansonsten in den Zirkel drängt.

Bei beiden Variationen ist ein „hin und her eiern“ zu Anfang normal und man muss stark korrigieren. Nach diesen Variationen sollte übrigens auch der runde Zirkel besser funktionieren.

Viel Spaß beim Üben
Thies Böttcher

Kategorien: Aktuelles, Reiten | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Treiben und nicht pressen

Das Thema „richtiges Treiben“ ist immer aktuell. Aber die letzten beiden Wochen hatte ich mehrere angeblich triebige Pferde, die kuriert werden mussten. Viele Reiter messen dem Treiben gedanklich wenig Bedeutung zu: „was ist da schon dabei: Schenkel zusammen und im Notfall Gerte und Sporen“.

Diese Art des Treibens (und oft der dazugehörige Gesichtsausdruck) erinnert mich jedoch immer daran, wie es aussieht, wenn man zu scharf mexikanisch gegessen hat…WEITERLESEN ->

Kategorien: Reiten | Schlagwörter: , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Pferde, die nicht stehen bleiben

Diese Woche hatte ich gleich zwei Pferde, die während des Unterrichts nicht stehen bleiben wollten. Das eine war ein Joungster, der es einfach noch nicht genügend kannte, dass andere ein Distanzpferd, welches im Gelände nicht ruhig genug war. Während man im ersten Fall oft weiterkommt, indem man das Pferd einfach freundlich wieder zurückstellt (also 1 bis 2 Tritte rückwärts richtet), würde dieses Vorgehen bei einem aufgeregtem Pferd im Gelände oft zur Eskalation führen.  WEITERLESEN ->

Kategorien: Reiten | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Isi bleibt im Gelände stehen

…eigentlich dachte ich, eine neue interessante „Story“ für euch zu haben. Ein Isländer, der im Gelände stehenbleibt und zwar auch auf dem Rückweg. Aber es hat sich wieder die alte Regel bewahrheitet, dass Probleme im Gelände bedeuten, dass man auch im Alltag  und auf dem Platz Probleme hat. Das Gelände „funktioniert“ lediglich wie eine Lupe. Es wird alles DEUTLICHER.

Wir haben bis jetzt 7 Stunden auf dem Platz verbracht, 4 in der Bodenarbeit, 3 beim Reiten. Also Erziehung, Rittigkeit, Gymnastik, Hilfengebung…und das Problem ist zu 95% weg.

Also liebe Leut, wenn ihr ein Problem habt, prüft mal objektiv durch, wie die Basics sind und verlangt GUTE Basics.

Euer Thies Böttcher

Kategorien: Aktuelles, Allgemeines, Bodenarbeit Pferd, Grundgedanken, Reiten | Hinterlasse einen Kommentar

Eine runde Sache- der Zirkel

Zirkel zu reiten ist für viele immer noch eine Herausforderung, wobei diese Figur ein Hauptbestandteil in fast jeder Reitweise darstellt. Aber was macht den Zirkel so schwierig? Wie kann man ihn sinnvoll trainieren?  Weiterlesen->

Kategorien: Allgemeines, Reiten | Schlagwörter: , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Rollkur ade

NEIN…ich möchte hier keine allgemeine Diskussion über Rollkur führen, sondern aus einen Fall aus der Praxis schildern. Seit ca. 6 Monaten (eher mehr) hatte ich eine schicke junge Warmblutstute im Unterricht, die sich gerne extrem aufgerollt hat, selbst bei sehr leichter Anlehnung. Und gestern war schön zu sehen, dass sie dieses Verhalten fast komplett aufgegeben hat.

Es sollte jeden klar sein, dass dies kein Problem ist, welches sich schnell lösen lässt und es benötigt auch ein sehr diszipliniertes Reiten, da dieses Muster schnell zurückkommt.

Bei dieser Stute waren (und sind) es drei Dinge, die man berücksichtigen muss. Natürlich muss die häufigste Ursache abgestellt werden, eine Hand, welche sich festgestellt ist. Die unglückliche Formulierung „ruhige Hand“ führt oft dazu, dass die Hand sich nicht mehr in dem Maße mit bewegt, wie der Pferdekopf sich in den Gangarten bewegt. Immer wenn die Stute sich aufrollte haben wir sofort überprüft, ob die Hand sich mitbewegt (DASS ist Anlehnung- ruhig in Bezug zum Maul), und zur Korrektur die Hand 2 Zentimeter vorgegeben und etwas nachgetrieben.

Der zweite sehr wichtige Aspekt ist die Schulter: Pferde die sich aufrollen sind meist sehr unbeweglich in der Schulter und haben auch den Schwerpunkt zu weit vorne (Stichpunkt inaktive Serratus-Muskulatur). Das Training sollte daher darauf eingestellt sein, diese Muskulatur zu stärken und das Pferd gleichzeitig geschmeidiger in der Schulter zu bekommen, zum Beispiel durch viele Volten in Conterstellung. Auch Rückwärts am losen Zügel ist ein tolles Ziel bei solchen Pferden. Das Grundtempo sollte eher niedrig sein, damit der Schwerpunkt nicht nach vorne verloren geht.

Ebenfalls ist es wichtig, eine Dehnungshaltung zu bekommen, in der das Pferd seine Ganasche weit öffnet- das hilft die stark angespannte Muskulatur im Genick zu lockern.

Dafür haben wir mit einer Variante der „hohen Hand“gearbeitet, wobei es dort wichtig ist, auf das Timing zu achten. Falsch angewendet unterstützt es noch das aufrollen. Das ist auch der Grund, warum ich dies hier nicht detailiert beschreiben möchte, Selbstversuche bei solchen Methoden gehen oft nach hinten los. Allerdings haben wir dies nur eingesetzt, wenn die normalen „reiterlichen Einwirkungen“ nicht gegriffen haben.

An solchen Tagen macht Training noch mehr Spaß, wenn man sieht, dass eine auf Nachhaltigkeit angelegte Taktik zum Erfolg führt.

In diesem SInne wünsche ich euch ein tolles Wochenende mit soften Händen.

Thies

Kategorien: Aktuelles, Reiten | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: