Bodenarbeit Pferd

einseitig blinde Pferde

Seit einer Woche habe ich Erziehungstraining ( also erweitertes Führen) mit zwei einseitig blinden Pferden. Meine erste Aussage ist immer, dass wir darauf einfach keine Rücksicht nehmen…
Ein Pferd in der Natur oder auf der Weide muss mit dieser Problematik einfach zurechtkommen. An  Pferde werden kaum Rücksicht darauf nehmen und nur von der anderen Seite das Pferd „wegjagen“. Es ist das Problem des einseitig blinden Pferdes, nicht das der anderen.

Wir vergessen dabei auch schnell, dass Pferde viel besser hören und riechen. Sie können ohne weiteres mitbekommen wo wir stehen und brauchen uns auch auf der blinden Seite nicht zu drängeln. Es dauert auch meist nur ein paar Minuten und das Pferd reagiert auf beiden Seiten gleich.

Selbstverständlich bekommt man Probleme, wenn das Pferd deutlich weiter weg steht und zum Beispiel frei im Roundpen arbeitet. Es kann natürlich nicht die Körpersprache lesen. Aber solange wir das Pferd am Seil haben können wir auch über das übertragene Gefühl kommunizieren.

Also denkt daran, nutzt nicht solche Beeinträchtigungen, um eine Ausrede zu haben, das ein Pferd seine Grundregeln nicht einhält. Euer Pferd kann sich drauf einstellen und wird es auch.

Thies Böttcher

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Isi bleibt im Gelände stehen

…eigentlich dachte ich, eine neue interessante „Story“ für euch zu haben. Ein Isländer, der im Gelände stehenbleibt und zwar auch auf dem Rückweg. Aber es hat sich wieder die alte Regel bewahrheitet, dass Probleme im Gelände bedeuten, dass man auch im Alltag  und auf dem Platz Probleme hat. Das Gelände „funktioniert“ lediglich wie eine Lupe. Es wird alles DEUTLICHER.

Wir haben bis jetzt 7 Stunden auf dem Platz verbracht, 4 in der Bodenarbeit, 3 beim Reiten. Also Erziehung, Rittigkeit, Gymnastik, Hilfengebung…und das Problem ist zu 95% weg.

Also liebe Leut, wenn ihr ein Problem habt, prüft mal objektiv durch, wie die Basics sind und verlangt GUTE Basics.

Euer Thies Böttcher

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Pferd läuft auf Weide/Paddock weg

Vor zwei Wochen hatte ich einen interessanten Anruf. Eine Pferdebesitzerin bat mich zu kommen, um ihr bei einem Problem zu helfen. Seit 1,5 Jahren ließ sich ihr Pferd nicht mehr auf der Weide oder dem Paddock einfangen. Mit Glück gelang es ihr, das Pferd nach ca. 30 min zu bekommen, aber das war eher die Ausnahme. Mittlerweile hatte sie sich so arrangiert, dass sie erst ritt, nachdem das Pferd abends mit den Weidekollegen in den Stall kamen.

Ein Termin war schnell gefunden und auf einem Mittwoch trafen wir uns um 11 Uhr. Ich bat sie, erst einmal normal auf das ca 50*75 m Paddock zu gehen, wo ihre Stute mit 8 anderen Pferden stand, damit ich mir ein Bild von der Situation machen konnte. Mit einem Apfel und Halfter bewaffnet marschierte sie los um Ihr Glück zu versuchen. Diese Leckerlie-Bestechung benutzte sie unregelmäßig, um ihre Chancen zu erhöhen.

Zuerst ergab sich das typische Bild- Sie ging auf ihr Pferd zu und in ca 10m Entfernung legte das Pferd die Ohren an und entfernte sich von der Besitzerin, die an ihrem Pferd dran blieb und ihr hinterherlief. Bei dieser Aktion nutzte die Stute auch immer die anderen Pferde als Deckung.

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Produkttest Reitstick

Reitstick

Größenvergleich Reitstick und Carrot-Stick

Der sog. Carrot-Stick ist bereits seit Jahren nicht mehr aus dem Basiseqipment eines Horseman wegzudenken. Er dient der Verlängerung der Arme und durch seine Stabilität kann man damit auch Pferde „drücken“ und jede Menge Dinge an der Schlaufe am Ende anbringen, angefangen von kleinen Seilen bis zu Plastiktüten zur Desensibilisierung.

Mittlerweile gibt es den Stecken nicht nur in 1,20m Länge, sondern auch in 90 cm. Gerade für Kinder und für eine einfache Handhabung bringen die 30 cm weniger schon viel. Allerdings kann ich zum Beispiel mit meinen 1,84 nicht mehr mit dem Stecken auf den Boden klopfen, ohne mich stärker zu bücken.

Die hier getestete Variante ist der sog. Reitstick, er ist im Gegensatz zum normalen Carrot-Stick auch dünner. Somit ist er flexibel und „schärfer“ als sein großer Bruder. Wer also meint, ein softeres Gerät in der Hand zu haben irrt sich gewaltig. Allerdings kann man ihn durch das Gewicht und die Kürze sehr schön aus dem Handgelenk bedienen.

Der Hauptvorteil liegt aber meiner Erfahrung nach ganz woanders. Die Qualität stellt sich heraus, wenn man den normalen 180 cm langen String anbindet (im Normalfall wird er für Kinder mit einem 120 String genutzt.

Beim normalen Carrot-Stick ist das Problem, dass er so schwer ist, dass das Seil am Ende kaum noch spürbar ist. Damit richtig zu treffen ist schon schwer und man muss schon ziemlich Schwung holen. Der Reitstick ist hingegen so leicht, dass man das Seil fühlt und der Nachfeder-Effekt sorgt für eine enorme Beschleunigung des Seils. So kann man deutlich präziser und mit weniger Bewegung arbeiten und bekommt einen tollen Schwung ins Seil. Die Kürze sorgt für eine angenehme Handhabung. Ich habe sogar mit einem 4m String am Ende gearbeitet und auch dieses Seil fand sicher seinen Weg ins Ziel.

Mittlerweils habe ich diese Variante auch einigen Schülerinnen in die Hand gedrückt und alle kamen auf Anhieb besser damit zurecht als mit dem großen Bruder. Für mich ab sofort die erste Wahl, wenn ich auf Distanz arbeite. Den Carrot-Stick nutze ich jedoch ohne String, wenn ich etwas mehr Abstand benötige.

Natürlich habe ich diesen Stecken mittlerweile auch in meinem Shop aufgenommen
Zum Shop:

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Projekt Tinker Verladen III

Ich hatte je versprochen weiter zu berichten. Donnerstag Vormittag war ich wieder bei der Tinkerstute, meine Schaumstoffgassen im Gepäck. Meinen Plan hatte ich ja schon in Teil II beschrieben.

Am Intensivsten haben wir Desensibilisierung mit Seil und Stecken betrieben und es hat echt gedauert, bis sie a. stehenbleiben und b. sich etwas entspannen konnte, während ich das Seil herumgeschwungen habe. Das weitere Augenmerk lag darin, mit den Gassen zu arbeiten. WEITERLESEN ->

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Projekt: Tinker Verladen II

Hi, hier gibt es die Fortsetzung von der Tinkerstute, war wieder interessant gestern. Ansonsten noch bei zwei neuen Kunden gewesen, das eine ein Isländer, der nicht vom Hof geht oder im Gelände einfach stehen bleibt, das andere eine Hafi-Stute, die ungefähr auf Level 2 steht. Aber das wird eine andere Geschichte…

Gestern war ich nun das zweite mal bei der Tinkerstute. Das „right Brain extrovertiert“ hat sich bestätigt. So bald es ihr unangenehm wird versucht sie aus der Situation zu kommen, je nach Position des Menschen durch reines Weglaufen oder eben mit vorherigen Umlaufen. Dabei folgt die Konzentration natürlich dem Bedürfnis, sie ist also für das Training „nicht mehr auf Sendung“.

Interessant ist auch noch, dass sie sich in den Ruhepausen immer so dreht…WEITERLESEN ->

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Business as usual

Ein typischer Tag in der Woche: Angenehm ist es natürlich, länger zu schlafen, nur müsste dies die Katze auch begreifen.Meine Kernarbeitszeit beginnt ja immer, wenn andere Freizeit haben und ich bin selten vor 21 oder 22 Uhr zu Hause. Meine erste Stunde gestern war bei einer Kundin, die ich erst das zweite mal im Unterricht habe. Immer eine spannende Zeit, geht es doch darum sich kennen zu lernen, den Stand von Reiter/in und Pferd abzuschätzen, die Wünsche  der Schüler mit meinen eigenen Zielvorstellungen in Einklang zu bringen und zu schauen, wie man am besten beginnt. Oder trocken ausgedrückt: einen Trainingsplan aufstellen. Das ganze ist ein dynamischer Prozess über mehrere Trainingseinheiten. Bei diesem Pferd hat sich schon herauskristallisiert, dass es schlecht mit Druck umgehen kann und sich auch dadurch unwohl im Training fühlt. Nach den notwendigen Grundübungen in der letzten Stunde sind wir dazu übergegangen dem Pferd eine andere Vorstellung von „Druck“ zu geben, was dazu führte, dass er sich wohler fühlte, aufmerksamer wurde und sich in den Pausen besser entspannte. Natürlich wird es noch längere Zeit dauern, bis sich das wirklich verinnerlicht hat. Training ist ein Prozess von Wochen und Monaten, nicht von Stunden.

Die Stunde danach fiel aus- auch etwas, womit man klar kommen muss. eine Ausfallquote von ca. 20% muss immer eingerechnet werden in der Kalkulation. Und die ist nur so niedrig, weil ich beinahe nur Kunden mit Hallen habe. Hat man mehr Leute ohne Halle und dann noch im Winter oder bei schlechtem Wetter: Stellt euch vor, euer Chef kürzt mal kurz das Gehalt um 50%…Realität eines Trainers, zumindest wenn man mobil unterwegs ist. Dafür erwartete mich dann aber mein Lieblingsrestaurant mit Kaisersülze mit Bratkartoffeln.

Die letzten Stunden führten mich zu einem Stall, wo ich schon länger bin, zuerst Bodenarbeit, wir erarbeiten gerade Schulterherein und Travers mit einem bunten „laufenden Meter“ ein Pony, welches ich am Liebsten immer gleich klauen würde (passt ja ins Auto). Danach noch Training unter dem Sattel.
Wie gesagt, ein normaler Start in die Woche.

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Fallanalyse Verladetraining Tinker

Mit reichlich Kaffee versorgt „knobel“ ich seit heute morgen an meinem neuesten „Fall“, einer Tinkerstute, die nicht in den Hänger geht, aufgrund eines Umzugs aber verladen werden muss. Zum Glück eilt es damit nicht. Gestern war ich das erste mal da und ich hatte Zeit, in unterschiedlichen Situationen mit ihr zu arbeiten.

Vom Grundcharakter scheint sie mir ein „left brain extrovertiert“ zu sein, zumindest wenn man den Persönlichkeitsbilder folgt, die im natural horsemanhip angewendet werden. Also eher untypisch für einen Tinker. Typisch dagegen ist der hohe „opposition Reflex (Druck erzeugt hohen Gegendruck) als auch der hohe Selbstbestimmungswille der Stute.

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Ja bin ich denn bei Vox?

Für meinen ersten Artikel habe ich mir das Highlight der letzten Woche ausgesucht. Es war Freitag abends auf dem Weg zum Aikido-Training, als mich der Anruf erreichte. “ Unser Pferd muss Sonntag umziehen und wir suchen jemanden, der uns hilft“. Ich fühlte mich doch stark an die zweite Folge von den „Pferdeprofis“ auf Vox erinnert und mir schwirrten die ganzen Internet-Kommentare durch den Kopf. So etwas gibt es doch in der Realität sagte ich mir. Nach Murphy´s Gesetz hatte ich natürlich Samstag noch einen Tageskurs in Bodenarbeit und Roundpen, so dass mir wirklich nur der Sonntag blieb.

Die Besitzerin führte weiter aus, dass sich bereits seit zwei Tagen eine Verladetrainer, der nach den Prinzipien von Parelli Natural Horsemanship arbeite, an diesem Pferd versuche, das Pferd jedoch immer auf der Rampe einfriere und dann nichts mehr ginge. Ok, alle Gedankengänge brauch ich jetzt nicht wiederholen, auf jeden Fall stand ich am Sonntag morgen gegen 9 Uhr auf dem Hof.
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