Aktuelles

Zirkelvariationen:

Die Art, WIE man einen Zirkel reitet, entscheidet extrem über die Balance des Pferdes. Während sich das Pferd auf Volten stark biegen muss und sich aufgrund der Wirbelsäulenrotation des Pferdes der Rücken stärker aufwölbt (solange die Biegung korrekt geritten ist- der Rücken kann auch nach unten rotieren), so sorgt der größere Radius nicht automatisch für die Aufwölbung des Rückens.

Allerdings kann sich das Pferd durch die Biegung sehr gut vermehrt auf die innere oder äußere Schulter stützen, wodurch es eher die Balance verliert. Ich möchte an dieser Stelle zwei Variationen vorstellen, mit der man gut an der Rumpfmuskulatur arbeiten kann und dementsprechend an einer besseren Balance. Als Vorgeschmack dient der folgende Artikel „Zirkel- eine runde Sache.“

Im Gegensatz zum ersten Artikel baue ich nun nur noch ein Sechseck auf. In der ersten Variation reite ich das Pferd auf einer Gerade von Pylone zu Pylone. Die 1/6-Volte um die Pylone herum biege ich das Pferd normal. Es bildet also ein Sechseck mit abgerundeten Ecken. So muss das Pferd 12! mal seine Balance verändern. Durch die Gerade hingegen „zwinge“ ich das Pferd, seine Last wieder gleichmäßiger auf seine Schultern zu verteilen. Mit der Zeit sollte man merken, dass das Pferd aufrechter läuft.
Wichtig hierbei ist, dass auch der Mensch zwischen „Gerade Sitzen“ und „Voltensitz“ wechselt, ansonsten wird das Pferd wieder versuchen, eine Position zu halten.

In der Zweiten Variation reite ich das Sechseck wirklich eckig. Ich bleibe auf den Geraden und wenn das Pferd mit seiner Hüfte auf Höhe der Pylonen ist, verschiebe ich die Schulter auf die neue Linie. Dadurch animiere ich das Pferd, sich vom äußeren Bein vermehrt abzustoßen und sich gleichzeitig mit dem inneren Vorderbein abzustützen, weil es ansonsten in den Zirkel drängt.

Bei beiden Variationen ist ein „hin und her eiern“ zu Anfang normal und man muss stark korrigieren. Nach diesen Variationen sollte übrigens auch der runde Zirkel besser funktionieren.

Viel Spaß beim Üben
Thies Böttcher

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Zurück in den Alltag

Das BSC-Camp ist vorbei- eine ganz intensive Woche. Auch für uns Instruktoren hieß es: morgens um 7 Uhr zum Frühstück und gegen 21 Uhr abends die tägliche Schlussbesprechung. Dazwischen 3 Stunden Reitunterricht geben und 3 Stunden Workshop. Jetzt heißt es erst einmal alles abzuarbeiten, was die Woche liegenblieb, Mails beantworten etc…

Die meisten Reitschüler sind nun auch wieder aus den Ferien zurück, der alte Unterrichtsplan kann auch wieder aufgenommen werden. Durch die Ausfälle gab es ja viele „zerstückelte“ Touren und jede Menge Verschiebungen.

Also WILLKOMMEN ALLTAG, hab die schon vermisst.

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neue Journale in der Mediathek

Da ich jetzt mitten im Sommer wenig zum Schreiben komme habe ich zwei neue Journale in die Mediathek eingestellt. Ich hoffe, ihr könnt die Wartezeit so etwas überbrücken.

Viel Spaß beim Lesen:
zur Mediathek ->

 

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Isi bleibt im Gelände stehen

…eigentlich dachte ich, eine neue interessante „Story“ für euch zu haben. Ein Isländer, der im Gelände stehenbleibt und zwar auch auf dem Rückweg. Aber es hat sich wieder die alte Regel bewahrheitet, dass Probleme im Gelände bedeuten, dass man auch im Alltag  und auf dem Platz Probleme hat. Das Gelände „funktioniert“ lediglich wie eine Lupe. Es wird alles DEUTLICHER.

Wir haben bis jetzt 7 Stunden auf dem Platz verbracht, 4 in der Bodenarbeit, 3 beim Reiten. Also Erziehung, Rittigkeit, Gymnastik, Hilfengebung…und das Problem ist zu 95% weg.

Also liebe Leut, wenn ihr ein Problem habt, prüft mal objektiv durch, wie die Basics sind und verlangt GUTE Basics.

Euer Thies Böttcher

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Pferd läuft auf Weide/Paddock weg

Vor zwei Wochen hatte ich einen interessanten Anruf. Eine Pferdebesitzerin bat mich zu kommen, um ihr bei einem Problem zu helfen. Seit 1,5 Jahren ließ sich ihr Pferd nicht mehr auf der Weide oder dem Paddock einfangen. Mit Glück gelang es ihr, das Pferd nach ca. 30 min zu bekommen, aber das war eher die Ausnahme. Mittlerweile hatte sie sich so arrangiert, dass sie erst ritt, nachdem das Pferd abends mit den Weidekollegen in den Stall kamen.

Ein Termin war schnell gefunden und auf einem Mittwoch trafen wir uns um 11 Uhr. Ich bat sie, erst einmal normal auf das ca 50*75 m Paddock zu gehen, wo ihre Stute mit 8 anderen Pferden stand, damit ich mir ein Bild von der Situation machen konnte. Mit einem Apfel und Halfter bewaffnet marschierte sie los um Ihr Glück zu versuchen. Diese Leckerlie-Bestechung benutzte sie unregelmäßig, um ihre Chancen zu erhöhen.

Zuerst ergab sich das typische Bild- Sie ging auf ihr Pferd zu und in ca 10m Entfernung legte das Pferd die Ohren an und entfernte sich von der Besitzerin, die an ihrem Pferd dran blieb und ihr hinterherlief. Bei dieser Aktion nutzte die Stute auch immer die anderen Pferde als Deckung.

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Rollkur ade

NEIN…ich möchte hier keine allgemeine Diskussion über Rollkur führen, sondern aus einen Fall aus der Praxis schildern. Seit ca. 6 Monaten (eher mehr) hatte ich eine schicke junge Warmblutstute im Unterricht, die sich gerne extrem aufgerollt hat, selbst bei sehr leichter Anlehnung. Und gestern war schön zu sehen, dass sie dieses Verhalten fast komplett aufgegeben hat.

Es sollte jeden klar sein, dass dies kein Problem ist, welches sich schnell lösen lässt und es benötigt auch ein sehr diszipliniertes Reiten, da dieses Muster schnell zurückkommt.

Bei dieser Stute waren (und sind) es drei Dinge, die man berücksichtigen muss. Natürlich muss die häufigste Ursache abgestellt werden, eine Hand, welche sich festgestellt ist. Die unglückliche Formulierung „ruhige Hand“ führt oft dazu, dass die Hand sich nicht mehr in dem Maße mit bewegt, wie der Pferdekopf sich in den Gangarten bewegt. Immer wenn die Stute sich aufrollte haben wir sofort überprüft, ob die Hand sich mitbewegt (DASS ist Anlehnung- ruhig in Bezug zum Maul), und zur Korrektur die Hand 2 Zentimeter vorgegeben und etwas nachgetrieben.

Der zweite sehr wichtige Aspekt ist die Schulter: Pferde die sich aufrollen sind meist sehr unbeweglich in der Schulter und haben auch den Schwerpunkt zu weit vorne (Stichpunkt inaktive Serratus-Muskulatur). Das Training sollte daher darauf eingestellt sein, diese Muskulatur zu stärken und das Pferd gleichzeitig geschmeidiger in der Schulter zu bekommen, zum Beispiel durch viele Volten in Conterstellung. Auch Rückwärts am losen Zügel ist ein tolles Ziel bei solchen Pferden. Das Grundtempo sollte eher niedrig sein, damit der Schwerpunkt nicht nach vorne verloren geht.

Ebenfalls ist es wichtig, eine Dehnungshaltung zu bekommen, in der das Pferd seine Ganasche weit öffnet- das hilft die stark angespannte Muskulatur im Genick zu lockern.

Dafür haben wir mit einer Variante der „hohen Hand“gearbeitet, wobei es dort wichtig ist, auf das Timing zu achten. Falsch angewendet unterstützt es noch das aufrollen. Das ist auch der Grund, warum ich dies hier nicht detailiert beschreiben möchte, Selbstversuche bei solchen Methoden gehen oft nach hinten los. Allerdings haben wir dies nur eingesetzt, wenn die normalen „reiterlichen Einwirkungen“ nicht gegriffen haben.

An solchen Tagen macht Training noch mehr Spaß, wenn man sieht, dass eine auf Nachhaltigkeit angelegte Taktik zum Erfolg führt.

In diesem SInne wünsche ich euch ein tolles Wochenende mit soften Händen.

Thies

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Projekt Tinker Verladen III

Ich hatte je versprochen weiter zu berichten. Donnerstag Vormittag war ich wieder bei der Tinkerstute, meine Schaumstoffgassen im Gepäck. Meinen Plan hatte ich ja schon in Teil II beschrieben.

Am Intensivsten haben wir Desensibilisierung mit Seil und Stecken betrieben und es hat echt gedauert, bis sie a. stehenbleiben und b. sich etwas entspannen konnte, während ich das Seil herumgeschwungen habe. Das weitere Augenmerk lag darin, mit den Gassen zu arbeiten. WEITERLESEN ->

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Projekt: Tinker Verladen II

Hi, hier gibt es die Fortsetzung von der Tinkerstute, war wieder interessant gestern. Ansonsten noch bei zwei neuen Kunden gewesen, das eine ein Isländer, der nicht vom Hof geht oder im Gelände einfach stehen bleibt, das andere eine Hafi-Stute, die ungefähr auf Level 2 steht. Aber das wird eine andere Geschichte…

Gestern war ich nun das zweite mal bei der Tinkerstute. Das „right Brain extrovertiert“ hat sich bestätigt. So bald es ihr unangenehm wird versucht sie aus der Situation zu kommen, je nach Position des Menschen durch reines Weglaufen oder eben mit vorherigen Umlaufen. Dabei folgt die Konzentration natürlich dem Bedürfnis, sie ist also für das Training „nicht mehr auf Sendung“.

Interessant ist auch noch, dass sie sich in den Ruhepausen immer so dreht…WEITERLESEN ->

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Business as usual

Ein typischer Tag in der Woche: Angenehm ist es natürlich, länger zu schlafen, nur müsste dies die Katze auch begreifen.Meine Kernarbeitszeit beginnt ja immer, wenn andere Freizeit haben und ich bin selten vor 21 oder 22 Uhr zu Hause. Meine erste Stunde gestern war bei einer Kundin, die ich erst das zweite mal im Unterricht habe. Immer eine spannende Zeit, geht es doch darum sich kennen zu lernen, den Stand von Reiter/in und Pferd abzuschätzen, die Wünsche  der Schüler mit meinen eigenen Zielvorstellungen in Einklang zu bringen und zu schauen, wie man am besten beginnt. Oder trocken ausgedrückt: einen Trainingsplan aufstellen. Das ganze ist ein dynamischer Prozess über mehrere Trainingseinheiten. Bei diesem Pferd hat sich schon herauskristallisiert, dass es schlecht mit Druck umgehen kann und sich auch dadurch unwohl im Training fühlt. Nach den notwendigen Grundübungen in der letzten Stunde sind wir dazu übergegangen dem Pferd eine andere Vorstellung von „Druck“ zu geben, was dazu führte, dass er sich wohler fühlte, aufmerksamer wurde und sich in den Pausen besser entspannte. Natürlich wird es noch längere Zeit dauern, bis sich das wirklich verinnerlicht hat. Training ist ein Prozess von Wochen und Monaten, nicht von Stunden.

Die Stunde danach fiel aus- auch etwas, womit man klar kommen muss. eine Ausfallquote von ca. 20% muss immer eingerechnet werden in der Kalkulation. Und die ist nur so niedrig, weil ich beinahe nur Kunden mit Hallen habe. Hat man mehr Leute ohne Halle und dann noch im Winter oder bei schlechtem Wetter: Stellt euch vor, euer Chef kürzt mal kurz das Gehalt um 50%…Realität eines Trainers, zumindest wenn man mobil unterwegs ist. Dafür erwartete mich dann aber mein Lieblingsrestaurant mit Kaisersülze mit Bratkartoffeln.

Die letzten Stunden führten mich zu einem Stall, wo ich schon länger bin, zuerst Bodenarbeit, wir erarbeiten gerade Schulterherein und Travers mit einem bunten „laufenden Meter“ ein Pony, welches ich am Liebsten immer gleich klauen würde (passt ja ins Auto). Danach noch Training unter dem Sattel.
Wie gesagt, ein normaler Start in die Woche.

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Fallanalyse Verladetraining Tinker

Mit reichlich Kaffee versorgt „knobel“ ich seit heute morgen an meinem neuesten „Fall“, einer Tinkerstute, die nicht in den Hänger geht, aufgrund eines Umzugs aber verladen werden muss. Zum Glück eilt es damit nicht. Gestern war ich das erste mal da und ich hatte Zeit, in unterschiedlichen Situationen mit ihr zu arbeiten.

Vom Grundcharakter scheint sie mir ein „left brain extrovertiert“ zu sein, zumindest wenn man den Persönlichkeitsbilder folgt, die im natural horsemanhip angewendet werden. Also eher untypisch für einen Tinker. Typisch dagegen ist der hohe „opposition Reflex (Druck erzeugt hohen Gegendruck) als auch der hohe Selbstbestimmungswille der Stute.

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