Business as usual

Ein typischer Tag in der Woche: Angenehm ist es natürlich, länger zu schlafen, nur müsste dies die Katze auch begreifen.Meine Kernarbeitszeit beginnt ja immer, wenn andere Freizeit haben und ich bin selten vor 21 oder 22 Uhr zu Hause. Meine erste Stunde gestern war bei einer Kundin, die ich erst das zweite mal im Unterricht habe. Immer eine spannende Zeit, geht es doch darum sich kennen zu lernen, den Stand von Reiter/in und Pferd abzuschätzen, die Wünsche  der Schüler mit meinen eigenen Zielvorstellungen in Einklang zu bringen und zu schauen, wie man am besten beginnt. Oder trocken ausgedrückt: einen Trainingsplan aufstellen. Das ganze ist ein dynamischer Prozess über mehrere Trainingseinheiten. Bei diesem Pferd hat sich schon herauskristallisiert, dass es schlecht mit Druck umgehen kann und sich auch dadurch unwohl im Training fühlt. Nach den notwendigen Grundübungen in der letzten Stunde sind wir dazu übergegangen dem Pferd eine andere Vorstellung von „Druck“ zu geben, was dazu führte, dass er sich wohler fühlte, aufmerksamer wurde und sich in den Pausen besser entspannte. Natürlich wird es noch längere Zeit dauern, bis sich das wirklich verinnerlicht hat. Training ist ein Prozess von Wochen und Monaten, nicht von Stunden.

Die Stunde danach fiel aus- auch etwas, womit man klar kommen muss. eine Ausfallquote von ca. 20% muss immer eingerechnet werden in der Kalkulation. Und die ist nur so niedrig, weil ich beinahe nur Kunden mit Hallen habe. Hat man mehr Leute ohne Halle und dann noch im Winter oder bei schlechtem Wetter: Stellt euch vor, euer Chef kürzt mal kurz das Gehalt um 50%…Realität eines Trainers, zumindest wenn man mobil unterwegs ist. Dafür erwartete mich dann aber mein Lieblingsrestaurant mit Kaisersülze mit Bratkartoffeln.

Die letzten Stunden führten mich zu einem Stall, wo ich schon länger bin, zuerst Bodenarbeit, wir erarbeiten gerade Schulterherein und Travers mit einem bunten „laufenden Meter“ ein Pony, welches ich am Liebsten immer gleich klauen würde (passt ja ins Auto). Danach noch Training unter dem Sattel.
Wie gesagt, ein normaler Start in die Woche.

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Kategorien: Aktuelles, Bodenarbeit Pferd | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Business as usual

  1. Sehr schön geschrieben!

  2. Birgit Hencke

    Unsere Katze hat halt das Menschentraining perfektioniert 😉

    • Haben das nicht alle Katzen – womit 1. klar ist, wer die wirklich beherrschende Spezies auf diesem Planeten ist und 2. welche Gottheit dann wohl auch das letzte Wort hat …

  3. Annika

    War eine schöne Stunde! 🙂 hab mich in Deiner Beschreibung eindeutig wieder gefunden UND kann nur sagen: auch ich war zum Ende hin so superentspannt in den Pausen wie er 🙂 Aha… Geduld ist wohl die Tugend aller Reiter? Na, ums mit Freddy Frinton zu sagen: I’ll do my very best 😉 Ach, und falls es Dich tröstet: unsere kleine Katze (die mit 2 Augen) weiß auch nie wann Wochenende ist 😛

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