Monatsarchiv: März 2012

Produkttest Reitstick

Reitstick

Größenvergleich Reitstick und Carrot-Stick

Der sog. Carrot-Stick ist bereits seit Jahren nicht mehr aus dem Basiseqipment eines Horseman wegzudenken. Er dient der Verlängerung der Arme und durch seine Stabilität kann man damit auch Pferde „drücken“ und jede Menge Dinge an der Schlaufe am Ende anbringen, angefangen von kleinen Seilen bis zu Plastiktüten zur Desensibilisierung.

Mittlerweile gibt es den Stecken nicht nur in 1,20m Länge, sondern auch in 90 cm. Gerade für Kinder und für eine einfache Handhabung bringen die 30 cm weniger schon viel. Allerdings kann ich zum Beispiel mit meinen 1,84 nicht mehr mit dem Stecken auf den Boden klopfen, ohne mich stärker zu bücken.

Die hier getestete Variante ist der sog. Reitstick, er ist im Gegensatz zum normalen Carrot-Stick auch dünner. Somit ist er flexibel und „schärfer“ als sein großer Bruder. Wer also meint, ein softeres Gerät in der Hand zu haben irrt sich gewaltig. Allerdings kann man ihn durch das Gewicht und die Kürze sehr schön aus dem Handgelenk bedienen.

Der Hauptvorteil liegt aber meiner Erfahrung nach ganz woanders. Die Qualität stellt sich heraus, wenn man den normalen 180 cm langen String anbindet (im Normalfall wird er für Kinder mit einem 120 String genutzt.

Beim normalen Carrot-Stick ist das Problem, dass er so schwer ist, dass das Seil am Ende kaum noch spürbar ist. Damit richtig zu treffen ist schon schwer und man muss schon ziemlich Schwung holen. Der Reitstick ist hingegen so leicht, dass man das Seil fühlt und der Nachfeder-Effekt sorgt für eine enorme Beschleunigung des Seils. So kann man deutlich präziser und mit weniger Bewegung arbeiten und bekommt einen tollen Schwung ins Seil. Die Kürze sorgt für eine angenehme Handhabung. Ich habe sogar mit einem 4m String am Ende gearbeitet und auch dieses Seil fand sicher seinen Weg ins Ziel.

Mittlerweils habe ich diese Variante auch einigen Schülerinnen in die Hand gedrückt und alle kamen auf Anhieb besser damit zurecht als mit dem großen Bruder. Für mich ab sofort die erste Wahl, wenn ich auf Distanz arbeite. Den Carrot-Stick nutze ich jedoch ohne String, wenn ich etwas mehr Abstand benötige.

Natürlich habe ich diesen Stecken mittlerweile auch in meinem Shop aufgenommen
Zum Shop:

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Rollkur ade

NEIN…ich möchte hier keine allgemeine Diskussion über Rollkur führen, sondern aus einen Fall aus der Praxis schildern. Seit ca. 6 Monaten (eher mehr) hatte ich eine schicke junge Warmblutstute im Unterricht, die sich gerne extrem aufgerollt hat, selbst bei sehr leichter Anlehnung. Und gestern war schön zu sehen, dass sie dieses Verhalten fast komplett aufgegeben hat.

Es sollte jeden klar sein, dass dies kein Problem ist, welches sich schnell lösen lässt und es benötigt auch ein sehr diszipliniertes Reiten, da dieses Muster schnell zurückkommt.

Bei dieser Stute waren (und sind) es drei Dinge, die man berücksichtigen muss. Natürlich muss die häufigste Ursache abgestellt werden, eine Hand, welche sich festgestellt ist. Die unglückliche Formulierung „ruhige Hand“ führt oft dazu, dass die Hand sich nicht mehr in dem Maße mit bewegt, wie der Pferdekopf sich in den Gangarten bewegt. Immer wenn die Stute sich aufrollte haben wir sofort überprüft, ob die Hand sich mitbewegt (DASS ist Anlehnung- ruhig in Bezug zum Maul), und zur Korrektur die Hand 2 Zentimeter vorgegeben und etwas nachgetrieben.

Der zweite sehr wichtige Aspekt ist die Schulter: Pferde die sich aufrollen sind meist sehr unbeweglich in der Schulter und haben auch den Schwerpunkt zu weit vorne (Stichpunkt inaktive Serratus-Muskulatur). Das Training sollte daher darauf eingestellt sein, diese Muskulatur zu stärken und das Pferd gleichzeitig geschmeidiger in der Schulter zu bekommen, zum Beispiel durch viele Volten in Conterstellung. Auch Rückwärts am losen Zügel ist ein tolles Ziel bei solchen Pferden. Das Grundtempo sollte eher niedrig sein, damit der Schwerpunkt nicht nach vorne verloren geht.

Ebenfalls ist es wichtig, eine Dehnungshaltung zu bekommen, in der das Pferd seine Ganasche weit öffnet- das hilft die stark angespannte Muskulatur im Genick zu lockern.

Dafür haben wir mit einer Variante der „hohen Hand“gearbeitet, wobei es dort wichtig ist, auf das Timing zu achten. Falsch angewendet unterstützt es noch das aufrollen. Das ist auch der Grund, warum ich dies hier nicht detailiert beschreiben möchte, Selbstversuche bei solchen Methoden gehen oft nach hinten los. Allerdings haben wir dies nur eingesetzt, wenn die normalen „reiterlichen Einwirkungen“ nicht gegriffen haben.

An solchen Tagen macht Training noch mehr Spaß, wenn man sieht, dass eine auf Nachhaltigkeit angelegte Taktik zum Erfolg führt.

In diesem SInne wünsche ich euch ein tolles Wochenende mit soften Händen.

Thies

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Pferdetraining durch Muster

Im Moment ist nichts Spannendes vom täglichem Training zu berichten, alles läuft in den gewohnten und gewollten Bahnen. Insofern anbei einige Grundgedanken zum Thema Training:

Hören wir den Begriff Training denken wir meistens an bestimmte Lektionen oder Manöver. Klar definierte Einheiten, die in einem Trainingsplan Platz haben und abgearbeitet werden. Fasst man den Begriff weiter so erkennt man schnell, dass zum Beispiel ein Führtraining nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf der Weide stattfinden kann. Pferdeausbildung kann jedoch noch deutlich subtiler vonstatten gehen. Es sind die Angewohnheiten, die wir automatisch ausführen und genau dadurch Dinge erreichen, die wir teils gar nicht wollen. Im Folgendem möchte ich hier einige Beispiele besprechen um deutlich zu machen wie wir täglich unser Pferd erziehen ohne es zu wissen. WEITERLESEN ->

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Projekt Tinker Verladen III

Ich hatte je versprochen weiter zu berichten. Donnerstag Vormittag war ich wieder bei der Tinkerstute, meine Schaumstoffgassen im Gepäck. Meinen Plan hatte ich ja schon in Teil II beschrieben.

Am Intensivsten haben wir Desensibilisierung mit Seil und Stecken betrieben und es hat echt gedauert, bis sie a. stehenbleiben und b. sich etwas entspannen konnte, während ich das Seil herumgeschwungen habe. Das weitere Augenmerk lag darin, mit den Gassen zu arbeiten. WEITERLESEN ->

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Projekt: Tinker Verladen II

Hi, hier gibt es die Fortsetzung von der Tinkerstute, war wieder interessant gestern. Ansonsten noch bei zwei neuen Kunden gewesen, das eine ein Isländer, der nicht vom Hof geht oder im Gelände einfach stehen bleibt, das andere eine Hafi-Stute, die ungefähr auf Level 2 steht. Aber das wird eine andere Geschichte…

Gestern war ich nun das zweite mal bei der Tinkerstute. Das „right Brain extrovertiert“ hat sich bestätigt. So bald es ihr unangenehm wird versucht sie aus der Situation zu kommen, je nach Position des Menschen durch reines Weglaufen oder eben mit vorherigen Umlaufen. Dabei folgt die Konzentration natürlich dem Bedürfnis, sie ist also für das Training „nicht mehr auf Sendung“.

Interessant ist auch noch, dass sie sich in den Ruhepausen immer so dreht…WEITERLESEN ->

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Business as usual

Ein typischer Tag in der Woche: Angenehm ist es natürlich, länger zu schlafen, nur müsste dies die Katze auch begreifen.Meine Kernarbeitszeit beginnt ja immer, wenn andere Freizeit haben und ich bin selten vor 21 oder 22 Uhr zu Hause. Meine erste Stunde gestern war bei einer Kundin, die ich erst das zweite mal im Unterricht habe. Immer eine spannende Zeit, geht es doch darum sich kennen zu lernen, den Stand von Reiter/in und Pferd abzuschätzen, die Wünsche  der Schüler mit meinen eigenen Zielvorstellungen in Einklang zu bringen und zu schauen, wie man am besten beginnt. Oder trocken ausgedrückt: einen Trainingsplan aufstellen. Das ganze ist ein dynamischer Prozess über mehrere Trainingseinheiten. Bei diesem Pferd hat sich schon herauskristallisiert, dass es schlecht mit Druck umgehen kann und sich auch dadurch unwohl im Training fühlt. Nach den notwendigen Grundübungen in der letzten Stunde sind wir dazu übergegangen dem Pferd eine andere Vorstellung von „Druck“ zu geben, was dazu führte, dass er sich wohler fühlte, aufmerksamer wurde und sich in den Pausen besser entspannte. Natürlich wird es noch längere Zeit dauern, bis sich das wirklich verinnerlicht hat. Training ist ein Prozess von Wochen und Monaten, nicht von Stunden.

Die Stunde danach fiel aus- auch etwas, womit man klar kommen muss. eine Ausfallquote von ca. 20% muss immer eingerechnet werden in der Kalkulation. Und die ist nur so niedrig, weil ich beinahe nur Kunden mit Hallen habe. Hat man mehr Leute ohne Halle und dann noch im Winter oder bei schlechtem Wetter: Stellt euch vor, euer Chef kürzt mal kurz das Gehalt um 50%…Realität eines Trainers, zumindest wenn man mobil unterwegs ist. Dafür erwartete mich dann aber mein Lieblingsrestaurant mit Kaisersülze mit Bratkartoffeln.

Die letzten Stunden führten mich zu einem Stall, wo ich schon länger bin, zuerst Bodenarbeit, wir erarbeiten gerade Schulterherein und Travers mit einem bunten „laufenden Meter“ ein Pony, welches ich am Liebsten immer gleich klauen würde (passt ja ins Auto). Danach noch Training unter dem Sattel.
Wie gesagt, ein normaler Start in die Woche.

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Meinung auf vier Beinen

…Ich hatte gestern wirklich mal einen freien Tag und von daher nichts neues zu berichten. Im Zuge der Tinkerstute vom Samstag und den Pferdepersönlichkeiten ist mir dieser Artikel noch eingefallen, der gut dazu passen könnte. Viel Spaß beim Lesen.

In diesem Sinne
euer Thies Böttcher
PS: Es passt natürlich nicht nur gut in den Winter, sondern auch zu den Frühlingsgefühlen…

Der Umgang mit den Ideen des Pferdes im Training:
Viele sehen dem Winter mit gemischten Gefühlen entgegen. Vielen Pferden fehlt der Auslauf und der häufige Sozialkontakt zu anderen Pferden, so dass sie das Reittraining oft als eine Gelegenheit sehen, sich einmal auszutoben. Aber wie können wir mit der Situation umgehen, wenn bestimmte Bedürfnisse des Pferdes scheinbar übermächtig werden?

Um es gleich vorweg zu nehmen: ein Patentrezept gibt es nicht, allerdings verschiedene Strategien um mit diesen Situationen umzugehen.Es ist erst einmal beruhigend zu wissen, dass solch ein Verhalten absolut normal ist. Jedes Pferd hat seine grundlegenden physiologischen Bedürfnisse.  ->WEITERLESEN

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Fallanalyse Verladetraining Tinker

Mit reichlich Kaffee versorgt „knobel“ ich seit heute morgen an meinem neuesten „Fall“, einer Tinkerstute, die nicht in den Hänger geht, aufgrund eines Umzugs aber verladen werden muss. Zum Glück eilt es damit nicht. Gestern war ich das erste mal da und ich hatte Zeit, in unterschiedlichen Situationen mit ihr zu arbeiten.

Vom Grundcharakter scheint sie mir ein „left brain extrovertiert“ zu sein, zumindest wenn man den Persönlichkeitsbilder folgt, die im natural horsemanhip angewendet werden. Also eher untypisch für einen Tinker. Typisch dagegen ist der hohe „opposition Reflex (Druck erzeugt hohen Gegendruck) als auch der hohe Selbstbestimmungswille der Stute.

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Ein typischer freier Samstag

Was tut man so an einem freien Samstag? Nun erst einmal morgens Emails, Termine, Organisatorisches und alles, was liegen geblieben ist. Dann noch schnell die HP und den Blog überarbeiten. Schon ist Mittag. Von 15 Uhr bis 19 Uhr dann noch zu einem Tinker, der sich nicht verladen lassen will. War interessant, hat sich viel gezeigt in der Session, was ich jetzt noch analysieren muss, um mir eine Taktik für das weitere Training auszudenken. Dazu schreibe ich morgen noch ein bischen mehr.
Mal sehen, vielleicht ist morgen ja Zeit, mit dem eigenen Pferd was zu tun.

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Ja bin ich denn bei Vox?

Für meinen ersten Artikel habe ich mir das Highlight der letzten Woche ausgesucht. Es war Freitag abends auf dem Weg zum Aikido-Training, als mich der Anruf erreichte. “ Unser Pferd muss Sonntag umziehen und wir suchen jemanden, der uns hilft“. Ich fühlte mich doch stark an die zweite Folge von den „Pferdeprofis“ auf Vox erinnert und mir schwirrten die ganzen Internet-Kommentare durch den Kopf. So etwas gibt es doch in der Realität sagte ich mir. Nach Murphy´s Gesetz hatte ich natürlich Samstag noch einen Tageskurs in Bodenarbeit und Roundpen, so dass mir wirklich nur der Sonntag blieb.

Die Besitzerin führte weiter aus, dass sich bereits seit zwei Tagen eine Verladetrainer, der nach den Prinzipien von Parelli Natural Horsemanship arbeite, an diesem Pferd versuche, das Pferd jedoch immer auf der Rampe einfriere und dann nichts mehr ginge. Ok, alle Gedankengänge brauch ich jetzt nicht wiederholen, auf jeden Fall stand ich am Sonntag morgen gegen 9 Uhr auf dem Hof.
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